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Skilehrgang 2016

Ein Kurs mit "Kultstatus"

Der Skilehrgang der Aartalschule hat eine über 40-jährige Tradition.

Nostalgie pur, die zum Schwärmen bringt: Abenteuerliche Fahrten mit dem alten,  grünen VW-Bus über Waldwege, Ski präparieren mit Bügeleisen und Bohrmaschine, per Hand betriebene Skilifte – unvergessliche Erinnerungen für die Skilehrer und  -schüler, die in Neukirchen am Großvenediger Bergluft schnupperten. Was heute "Schneesport an Schulen e.V." heißt, wurde Ende der Sechziger Jahre durch den späteren Schulleiter der Gesamtschule Manfried Weber ins Leben gerufen.  1974 wurde Neukirchen fester Skistützpunkt der Michelbacher Schule. Unterkünfte waren seither u.a. die Pensionen bzw. Hotels "Rechteck", "Sonneck", "Geiselhof", "Krausenhof", "Mühlhof" und "Wolkenstein".

Für den Skischulverbund verwaltet und koordiniert seit Jahrzehnten Regina Huth, ehemalige Sekretärin der Aartalschule, die Schülerdaten und Fahrtentermine. Für sie ist Neukirchen eine zweite Heimat geworden. Sie gehört zu den "alten Hasen", die sich mit viel Elan für das Kennenlernen des alpinen Sports engagieren. Namen wie Dietrich Schunke, Peter Rach, Bernd Jäger, Jürgen Nielbock, Manfred Harde, Günter Fritzsche und Gerhard Kurth sind als Skikursleiter und/oder Skilehrer "Legenden". Heute leitet Cédric Steudter den Skilehrgang und viele Skilehrer sind immer noch mit Begeisterung dabei. Auch ehemalige Schüler und Schülerinnen wie Simone Sesterhenn und Olaf Bender gehören schon lange zum "Personal" und sind mit großem Einsatz bei dieser verantwortungsvollen Aufgabe.

Die Herausforderungen des Skilehrgangs haben sich mit den Jahren gewandelt: Früher gab es mehr Handarbeit und körperlichen Einsatz, dafür hatten die "Pioniere" weniger Vorschriften und Auflagen zu beachten als heute, weil es für alle "Neuland" war. Abseits der Piste zu fahren ist mittlerweile ein "No-Go". Damals gab es keine Helmpflicht, keine Beschränkung der Gruppengröße, Skischeine oder FIS-Regeln.

Der Schulskiort Neukirchen erlebte seinen Boom, als sich immer mehr Bildungseinrichtungen dem alpinen Trend im Verbund anschlossen und dieser fester Bestandteil ihres Fahrtenprogramms wurde. Inzwischen reisen die Gastwirte aus Neukirchen zu einem festen Termin in den Untertaunus, um vor Ort mit den Skischulleitern über die Preise  und Unterbringungspakete zu verhandeln.  Es ist kaum verwunderlich, dass es in dem Örtchen  eine "Hünstettner Straße" gibt, denn durch die Partnerschaft kommt viel Geld in den Ort am Fuße der Hohen Tauern. Sogar ein Team vom ZDF hat den Schulskifahrern einen Besuch abgestattet und mit ihnen in Neukirchen gefilmt.

Wer zum ersten Mal die Bretter, die für manche die Welt bedeuten, besteigen will, muss Vorarbeit leisten: Bewaffnet mit Skiern oder Snowboards, Skischuhen, Stöcken, Helm und passender Bekleidung ist die erste Hürde, das Anziehen der Utensilien, bereits genommen. Dann ist das Laufen in "voller Montur" zum Skibus oder zur Seilbahnstation zu üben. Ist der Skipass gescannt, steht der Fahrt in der Gondel nichts mehr im Weg: Sie schwebt scheinbar mühelos mit ihrer munteren Fracht zum Berg. Oben warmmachen, in die Skier steigen und ab geht es ins Schneeabenteuer mit dem Kurs, der - je nach Fortschritt - Tag für Tag neu zusammengesetzt wird.

Drehen wir die Uhr zurück ... 1970 war das alles anders: langer Fußmarsch statt Skibus, im 1er-Sessellift nach oben. Dort kamen die "Buam und Madln" oft als Eiszapfen an und wärmten sich am Ofen einer Holzbaracke auf, bevor es an einfachsten Liftanlagen zum Üben ging. Nix SB-Restaurant, nix Sportgeschäft, kein "Kogel-Mogel-Kinderland" und keine Kabinenbahn. Stattdessen kurbeln, Metallhaken ein- und aushängen und zur Not wieder hochlaufen. Peter Rach,  Schulskikursleiter a.D., erinnert sich: "Wir hatten viel Neuschnee. Ich war vorgefahren und wartete darauf, dass meine Gruppe mir folgte. Doch nichts passierte. Alle standen wie angewurzelt da. Nachdem ich mich wieder hochgearbeitet hatte, sah ich die Bescherung:  Unter den Holzskiern hatten sich dicke Schnee- und Eisschollen gebildet. Die Gruppe klebte am Hang fest!" Da bekommt das Wort "loseisen" seine eigentliche Bedeutung zurück.

Am Abend standen Lehrer und hilfsbereite Schüler im "Skikeller", um die schuleigenen Holzskier mit Metallkanten zu wachsen und zu bügeln, Bindungen mit der Bohrmaschine zu versetzen oder zu reparieren. Das Abendprogramm 2016 ist eher "soft": Nach dem Buffet gibt es Karaoke, Mottoabend, Nachtwanderung oder Championsleague. Eins ist gleichgeblieben: Am Ende eines anstrengenden Tages todmüde ins Bett fallen. Sonne und Bergluft tun ihr Übriges dazu … Heute sind von Mitte Januar bis zu den Osterferien ca. 50 Schulen abwechselnd in Neukirchen, d.h. parallel sind vier bis sechs. Bis 2016 nahmen mehrere Tausend Aartalschüler am Skilehrgang teil. Soeben sind 74 Kinder, zehn Ski- und vier Klassenlehrer zurückgekommen. Alle sind – bis auf kleinere Blessuren -  wohlbehalten daheim – mit einem Koffer voll Erinnerungen und Erfahrungen der vergangenen acht Tage.  Trotz weniger Schnee in den Alpen arbeiten alle Beteiligten daran, dieses Erlebnis auch künftigen Jahrgängen zu ermöglichen. Ski heil!

Für eine Ausstellung und die Schulschrift der Aartalschule werden zum Thema "Skilehrgang" alte Fotos, Dokumente und Anekdoten gesucht, die Auskunft über die früh(er)en Touren geben. Wer noch etwas in seinem Fundus hat, wird gebeten, das Material (mit Namen,  Anschrift, e-Mail-Adresse bzw. Telefonnummer versehen) im Sekretariat der Aartalschule abzugeben (Betr.: „Skilehrgang/z.Hd. Herrn Steudter) oder an C.Steudter@Aartalschule.de zu mailen.

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